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Volumentherapie / Volumenersatz

Blutvolumenmangel / Volumenersatz

Volumenersatz mit Produkten von Fresenius Kabi

Blut besteht aus Zellen, Flüssigkeit, Gerinnungsfaktoren und anderen, messbaren Bestandteilen. Und doch ist Blut viel mehr als eine bloße "Körperflüssigkeit". Schon Goethe schrieb im Faust "...Blut ist ein ganz besonderer Saft...".

Ein Erwachsener verfügt über ca. 5 - 6 Liter Blut, das viele verschiedene Funktionen hat. Vorrangig zu nennen sind darunter die Sauerstoffversorgung und der Transport von Nährstoffen und vom Körper selbst hergestellter Substanzen. Das intravasale (im Blutgefäß) Flüssigkeitsvolumen trägt ganz erheblich zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks und zur adäquaten Durchblutung der Organe und der kleinsten Gefäße (Mikrozirkulation) bei. Es ist sehr leicht vorstellbar, dass ein Blutverlust oder eine Störung der Durchblutung gravierende Folgen für den Körper haben. Entsprechend widmen Mediziner diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit.

Volumenersatz

Wenn ein akuter Blutverlust eintritt, sei es durch einen Unfall oder im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs, muss er schnellstmöglich ausgeglichen werden. Diesem Ziel dient der Volumenersatz. Dieser muss von außen zugeführt werden, da der Körper nicht in der Lage ist, den Flüssigkeits- oder Blutverlust schnell selbst auszugleichen. Die Hypovolämie (zu niedriges Blutvolumen) hat schwerwiegende Folgen: Der Blutdruck sinkt auf niedrige, manchmal lebensbedrohliche Werte. Außerdem wird die Sauerverstoffversorgung verschlechtert, so dass bei länger dauernder Hypovolämie die Organe versagen können.

Für den Volumenersatz stehen sogenannte kolloidale Lösungen zur Verfügung. Sie füllen das Blutvolumen im Blutgefäß wieder auf und sorgen so für eine Stabilisierung der Hämodynamik und verbessern die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Die meistverwendeten kolloidalen Volumenersatzmittel enthalten Hydroxyethylstärke (HES). Die Stärke wird aus Mais gewonnen. HES-Moleküle binden das Wasser im Blutgefäß und sorgen so dafür, dass das Volumen im Gefäß verbleibt und nicht schnell wieder in die umgebenden Zellen und Gewebe übertritt.

Andere kolloidale Lösungen enthalten z.B. menschliches Albumin (Eiweißlösung), Gelatine aus tierischem Gewebe (Rinderknochen, -sehnen, -häute) oder Dextran aus dem bakteriellen Abbau von Zuckerrüben (in Österreich wegen der Gefahr anaphylaktischer Reaktionen nicht mehr verwendet).

Gängige Praxis ist es heute, kolloidale Lösungen zusammen mit balancierten Kristalloiden, z.B. Elomel isoton, zu applizieren. Kristalloide gleichen einen Flüssigkeitsverlust aus, während Kolloide die Blutgefäße wieder auffüllen.